Statut der Bruderschaft

Statut
der „Katholischen Bruderschaft

vom bitteren Leiden und Sterben Jesu Christi und der sieben Schmerzen der allerseligsten Mutter Gottes“ in Friedberg

– rechtliche unselbständige Zustiftung –
der Katholischen Filialkirchenstiftung „Unseres Herrn Ruhe“
in Friedberg/Bayern

Präambel

Die Bruderschaft vom „bitteren Leiden und Sterben Jesu Christi und der sieben Schmerzen der allerseligsten Mutter Gottes“ wurde im Jahre 1727 in Friedberg errichtet. Dies wurde mit Dekret des Bischofs von Augsburg vom 28. April 1727 bestätigt.

Das Vermögen der Bruderschaft wurde im Laufe der Jahrhunderte verwaltet durch deren gleichnamigen, rechtlich unselbständige Bruderschaftsstiftung.

Die Wurzeln christlicher Bruderschaft gehen auf die biblische Botschaft zurück, dass wir alle von Gott als seine Kinder angenommen und geliebt sind. Diese Glaubens- und Weggemeinschaft gilt für Mann und Frau in gleicher Weise. Jesus selbst ermuntert zu dieser Gemeinschaft von Schwestern und Brüdern.

Einige Stelle aus dem Neuen Testament verdeutlichen dies: “ Wer den Willen meines himmlischen Vaters erfüllt, der ist für mich Bruder, Schwester und Mutter“ (Mt. 12, 50).
“ Nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder“ (Mt. 23, 8).
„Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, Mann und Frau, denn ihr alle seid einer in Christus Jesus (Gal. 3,2 8).

Das besondere Anliegen Vinzenz Pallottis ist es, Priester und Laien, Frauen und Männern gemeinsam zum Apostolat in der Kirche zu rufen. Die Bruderschaft an der Wallfahrtskirche Unseres Herrn Ruhe, die von den Pallottinern seit 1937 betreut wird, ist daher ein besondere Möglichkeit, das Laienapostolat zu leben und zu verwirklichen.

Um die weitere Existenz dieser kirchlichen Bruderschaft und deren Bruderschaftsstiftung in religiöser und finanzieller Hinsicht sicherzustellen, haben sich deren Mitglieder zusammengefunden und sind einig geworden, diese als unselbständige Zustiftung der Katholischen Filialkirchenstiftung „Unseres Herrn Ruhe“ in Friedberg/Bayern zu errichten. Damit enden die bisherigen Rechtsformen der Bruderschaft und deren Stiftung, welche sich nunmehr ausschließlich nach dem gegenwärtigen Statut (Zustiftung) richten.

Die religiösen Pflichten und Riten, sowie die geistlichen frommen Übungen mit Anleitungen für die Bruderschaft und ihre Mitglieder sind niedergelegt in der „Aufnahmeurkunde zur Bruderschaft“.

§ 1
(Name, Sitz)

(1) Die Bruderschaft führt den Namen: „Katholische Bruderschaft vom „bitteren Leiden und Sterben Jesu Christ und der sieben Schmerzen der allerseligsten Mutter Gottes“ in Friedberg – rechtliche unselbständige Zustiftung der Katholischen – Filialkirchenstiftung „Unseres Herrn Ruhe“ in Friedberg.

(2) Sitz der Bruderschaft ist Friedberg und die dortige Wallfahrtskirche „Zu Unseres Herrn Ruhe“.

§ 2
Rechtsform, Begriff, Zweckbindung

(1) Die Bruderschaft besitzt als Zustiftung keine eigene Rechtspersönlichkeit, sie zählt zu den nichtrechtsfähigen und fiduziarischen Stiftungen im Sinne von Art. 8 Kirchenstiftungsordnung.

(2) Diese Zustiftung besteht aus Zuwendungen an die Katholische Filialkirchenstiftung Unseres Herrn Ruhe, verbunden mit der Auflage, dass die Erträgnisse, sowie das übertragene Vermögen selbst für Belange der Bruderschaft verwendet werden.

(3) Die Zweckbindung der Zuwender nach Absatz 2 ist gewissenhaft zu beachten und die Verpflichtung, soweit die Erträgnisse bzw. das übertragene Vermögen selbst dafür ausreichen, zu erfüllen.

(4) Die Bruderschaft sieht die Verwirklichung ihrer Ziele insbesondere in der:
1.) umfassenden Förderung der Wallfahrt zu und an der Kirche Unseres Herrn Ruhe in Friedberg;
2.) Förderung des geistlichen Lebens der Mitglieder und Intensivierung des katholischen Glaubens.

§ 3
Bruderschaftsrat-Mitglieder, Amtszeit

(1) Organ der Zustiftung ist der Bruderschaftsrat, welcher sich zusammensetzt aus:
a) dem Ersten Vorsitzenden (Präses). Dies ist der jeweilige Wallfahrtsdirektor (rector ecclesiae) an der Wallfahrtskirche Herrgottsruh in Friedberg,
b) dem Zweiten Vorsitzenden. Dies ist der jeweilige Kirchenpfleger der Filialkirchenstiftung Unseres Herrn Ruhe.
c) Bis zu fünf weiteren Beisitzern.

(2) Die Beisitzer nach Absatz 1c werden in geheimer Wahl aus dem Kreis der Bruderschaftsmitgliederversammlung unter Vorsitz eines von ihr zu bestellenden Wahlleiters gewählt. Die Wahl der Beisitzer erfolgt auf die Dauer von sechs Jahren, entsprechend der Wahlperiode der örtlichen Filialkirchenverwaltung (Amtszeit). Sie bleiben bis zur Neuwahl oder Wiederwahl im Amt.
Gewählt sind als Beisitzer diejenigen Personen, die die meisten Stimmen erhalten. Bei Stimmengleichheit erfolgt eine Stichwahl unter den betreffenden Bewerbern. Bei erneuter Stimmengleichheit entscheidet das Los. Kommt eine Wahl nicht zustande, ist die Filialkirchenverwaltung berechtigt, die Beisitzer aus Mitgliedern der Bruderschaft zu berufen. Eine erneute Wahl/Berufung und vorzeitige Abberufung sind jeweils zulässig.

Die Tätigkeit der Mitglieder des Bruderschaftsrates erfolgt ehrenamtlich.

§ 4
(Vorsitz, Geschäftsführung, Vertretung)

(1) Der Vorsitz und die Geschäftsführung des Bruderschaftsrates obliegen dem jeweiligen Ersten Vorsitzenden (Präses) und Zweiten Vorsitzenden. Sie haben die Stellung eines Vertreters. Im Innenverhältnis darf der Zweite Vorsitzenden von seiner Vertretungsbefugnis nur Gebrauch machen, wenn der Erste Vorsitzende tatsächlich oder rechtlich verhindert ist.
(2) Anfallende Kosten/Verwaltungskosten trägt die Bruderschaft.

§ 5
(Aufgaben)

(1) Zur Verfolgung seiner Ziele und in Erfüllung der sich gestellten Aufgaben (§2) wird der Bruderschaftsrat mit der Filialkirchenstiftung Unseres Herrn Ruhe zusammenwirken.
(2) Dem Bruderschaftsrat obliegt die Entscheidung über die zweckmäßige Verwendung der bei der Zustiftung eingehenden Mittel.

§ 6
(Sitzungen)

(1) Der Bruderschaftsrat tritt wenigstens einmal im Jahr zu einer Sitzung zusammen. Weitere Sitzungen sind anzuberaumen, wenn ein Mitglied unter Angabe von Gründen dies beantragt oder wenn einer der Vorsitzenden es für geboten hält.

(2) Zu den Sitzungen des Bruderschaftsrates laden unter ihrer Leitung der Erste oder der Zweite Vorsitzende schriftlich, mindestens 14 Tage vor dem Sitzungstermin ein unter Bekanntgabe der Tagesordnung.

(3) An den Sitzungen des Bruderschaftsrates können die Vorsitzenden auch dritte Personen als Berater, Beobachter oder in sonstiger Funktion teilnehmen lassen.

(4) Die Sitzungen des Bruderschaftsrates sind nichtöffentlich.

(5) Die Mitglieder des Bruderschaftsrates haben auch nach Beendigung der Mitgliedschaft über die ihnen bei ihrer Tätigkeit im Bruderschaftsrat bekannt gewordenen Angelegenheiten Verschwiegenheit zu bewahren. Dies gilt nicht für Tatsachen, die offenkundig sind, oder ihrer Natur nach keiner Geheimhaltung bedürfen.

§ 7
(Beschlussfassung)

(1) Der Bruderschaftsrat ist beschlussfähig, wenn alle Mitglieder ordnungsgemäß geladen und mehr als die Hälfte der Mitglieder anwesend sind.

(2) Ist der Bruderschaftsrat beschlussunfähig, ist er ein zweites Mal zur Beratung und Beschlussfassung derselben Tagesordnung einzuberufen. Er ist dann ohne Rücksicht auf die Zahl der anwesenden Mitglieder beschlussfähig. Hierauf ist bei der zweiten Ladung hinzuweisen. Im übrigen gilt § 6 Abs.2.

(3) Der Bruderschaftsrat beschließt mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen der erschienenen Mitglieder. Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des ersten Vorsitzenden, im Verhinderungsfall die des zweiten Vorsitzenden. Eine Stimmenthaltung gilt als nicht abgegebene Stimme.

(4) Beschlüsse werden in offener Abstimmung gefasst. Auf Antrag von mindestens einem Mitglieder hat die Abstimmung geheim zu erfolgen.

(5) Ein Mitglied des Bruderschaftsrates kann an der Beratung und Abstimmung nicht teilnehmen, wenn der Beschluss ihm selbst, seinem Ehegatten, einem Verwandten oder Verschwägerten bis zum 3.Grade oder einer von ihm Kraft Gesetzes oder Vollmacht vertretenen natürlichen oder juristischen Personen einen unmittelbaren Vorteil oder Nachteil bringen kann. Ob diese Voraussetzungen vorliegen, entscheidet der Bruderschaftsrat ohne Mitwirkung der persönlichen Beteiligten. Die Mitwirkung des wegen persönlicher Beteiligung ausgeschlossenen Bruderschaftsmitgliedes hat die Ungültigkeit des Beschlusses nur zur Folge, wenn die abgegebene Stimme entscheidend war.


§ 8
Niederschrift

(1) Über jede Sitzung ist ein Ergebnisprotokoll anzufertigen, das Tag und Ort der Sitzung, die Namen der erschienen Mitglieder und die gefassten Beschlüsse, einschließlich des Abstimmungsergebnisses wiedergibt. Die Niederschrift ist vom Versammlungsleiter zu unterschreiben.
(2) Die Niederschrift liegt in der folgenden Sitzung zur Einsichtnahme und Genehmigung für alle Mitglieder auf und wird auf Anforderung einem Mitglied zugeleitet.

§ 9
Versammlung der Mitglieder der Bruderschaft

(1) Die Mitglieder werden regelmäßig mindestens einmal jährlich zu Versammlungen der Bruderschaftsmitglieder eingeladen. Die Einladung kann auf Beschluss des Bruderschaftsrates auch durch Veröffentlichung in der Tagespresse, im Kirchenanzeiger, durch Anschlag oder in sonst geeigneter Weise erfolgen.

(2) Der Erste Vorsitzende (Präses) oder ein von ihm beauftragtes Mitglied leitet die Mitgliederversammlung (Versammlungsleiter). Die §§ 5 mit 7 finden sinngemäße Anwendung.

(3) Die Bruderschaftsmitglieder erarbeiten namentlich Vorschläge, in welcher Weise die Zwecke der Bruderschaft besser verfolgt werden können, insbesondere welche Maßnahmen und Veranstaltungen zur Förderung der Bruderschaft als geeignet angesehen werden. Der Bruderschaftsrat ist gehalten, diese Vorschläge auf ihre Übereinstimmung mit den Zielen und Zwecken der Bruderschaft, wie auch auf die praktische Umsetzbarkeit hin zu prüfen. Der Bruderschaftsrat ist im übrigen an Vorgaben der Versammlung nicht gebunden.

§ 10
(Änderung des Statuts, Veröffentlichung, Inkrafttreten, Aushändigung)

(1) Dieses Statut kann nach Anhörung des Bruderschaftsrates durch die Filialkirchenstiftung Unseres Herrn Ruhe geändert werden.

(2) Das Statut, sowie etwaige Änderungen werden ortsüblich bekanntgegeben.

(3) Dieses Statut tritt am 1. Januar 2003 in Kraft.

(4) Jedes Mitglied des Bruderschaftsrates erhält ein Exemplar dieses Statuts.

I. Für die Bruderschaft und Bruderschaftsleitung als Leiter und Präses:

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Pater Wilfried K u n z SAC, Wallfahrtsdirektor

II. Für die gegenwärtige Zustiftung

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Wolfgang S c h u ß , Kirchenpfleger
als zweiter Vorsitzender der Zustiftung

III. Mitglieder der Kirchenverwaltung der Filialkirchenstiftung

1. ______________________________
von der Bischöflichen Finanzkammer der Diözese Augsburg als Aufsichtsbehörde bestellter besonderer Vertreter des Kirchenverwaltungsvorstandes.

2. Weitere Kirchenverwaltungsmitglieder

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